Erfahrungsbericht eines E-Learning Hiwis


Gastbeitrag von Prof. Dr. Ralf Elbert

Das im folgenden beschriebene Projekt konnte durch das Förderprogramm Studentische E-Learning Experten“ unterstützt werden. Dieses wiederum ist Teil des hessenweiten Projekts „digLL – Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen“.

E-Learning wird heutzutage immer relevanter. Hier an der TU Darmstadt dient dabei die Lernplattform „Moodle“ als ein digitales Lernportal für Studierende und Lehrende. Diese Plattform ist allen bekannt und wird immer häufiger verwendet. Am Fachgebiet „Unternehmensführung und Logistik“ haben wir bereits vor der Pandemie daran gearbeitet, die digitale Lehre zu verbessern. Aus diesem Grund haben wir einen „e-Learning-Hiwi“ engagiert, um den Trend zu folgen. Seitdem erweitern wir unser digitales Lernangebot stetig – hauptsächlich in der Form von Online-Quizzen, die den Studierenden zur Lernerfolgskontrolle dienen können. Unserer Meinung nach ist dieses Thema während der aktuellen Situation noch wichtiger geworden. Was unser „e-Learning-Hiwi“ in den vergangenen Monaten gemacht hat und wie die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren war, erfahrt ihr im Interview mit ihm.

Seit wann bist du als HiWi am Fachgebiet tätig?

Ich bin seit dem Beginn des letzten Jahres (2020) am Fachgebiet „Unternehmensführung und Logistik“ als E-Learning Hiwi angestellt, ohne dass ich vorher Kenntnisse über Moodle besaß. Seitdem habe ich an Weiterbildungen teilgenommen, Aufträge bearbeitet und kann Probleme in Moodle mit der Zeit immer besser und schneller lösen.

Haben dir die Weiterbildungen zu Moodle gefallen?

Kurze Antwort, ja. Also das HRZ der TU Darmstadt hat für die Weiterbildungen zu Moodle einen sehr klaren und ausführlichen Moodle-Kurs erstellt, bei dem man dann selbst die Grundfunktionen erlernen kann. Es gefällt mir sehr, dass ich im eigenen Tempo lernen und alles langsam nachvollziehen kann. Dies bedeutet auch, dass man sich immer zurück auf den Kurs bezieht, falls Probleme und Schwierigkeiten bei der Benutzung von Moodle entstehen.

Was hast du in der Zeit am Fachgebiet in Moodle erstellt?

Bisher habe ich mit der Betreuung der WiMis Moodle-Quizze für die Lehrveranstaltungen „Strategisches Logistikmanagement“, „Internationale Logistiksysteme“ und „Intermodale Transportdienstleistungen“ erstellt. Am Anfang des Semesters gebe ich aus studentischer Perspektive auch Vorschläge, wie unsere Moodle-Kurse verbessert werden können – seit der aktuellen Pandemie ist dies wichtiger als zuvor.

Wie hast du dich für bestimmte Fragen und Fragetypen der Quizze entschieden?

In Zusammenarbeit und mit der Betreuung der WiMis, habe ich die Quizfragen so gegliedert, dass es jeweils kapitelweise eine bestimmte Anzahl an Fragen gibt. Die Anzahl schwankt je nach Kapitelgröße. Für die Studierende sollen die Quizze eine Möglichkeit sein, ihren bisherigen Lernerfolg selbst zu kontrollieren. Die Quizze wurden immer am Ende einer Vorlesung oder zum Abschluss eines Kapitels in die Vorlesungsfolien eingebaut. Je nach Lehrveranstaltungen gab es zusätzliche Live-Sessions, bei denen die Fragen evaluiert und diskutiert wurden.

Ich habe mich bei den Fragetypen vor allem auf interaktive Fragen konzentriert und diese auch vielfältig ausgewählt. Aus studentischer Sicht finde ich es nicht gut, wenn ein Quiz nur aus Multiple Choice Fragen besteht. Diese sind sehr eintönig. In unseren neuen Quizzen werden auch Grafiken und Schaubilder aus der Vorlesung abgefragt, sodass die Studierende per Drag & Drop die Antworten in das richtige Feld ziehen können. Jedes Quiz und damit jedes Kapitel hat einen unterschiedlichen Aufbau, sodass die Quizze nicht immer nach einem Schema lösbar sind.

Dabei gab es eine große Schwierigkeit: die Sprache. Moodle ist so aufgebaut, dass es immer in einer Sprache erscheint – die Standardsprache ist Deutsch. Wir haben aber das Quiz in Englischer Sprache verfasst, sodass der Standardtext „Wählen Sie die richtige Antwort aus:“ immer auf Deutsch erscheint. Das ist aktuell für ausländische Studierende verwirrend. Es wäre in Zukunft hilfreichen, wenn man beim Erstellen der Quizze auch die Sprache der Standardtexte abändern könnte.

Wie konntest du die Wimis in Moodle unterstützen?

Alle WiMis besitzen bereits Kenntnisse in Moodle, aber der Experte bin nun ich. Für technische Anwendung und Fragen stehen den WiMis meine spezialisierten Kenntnisse zur Verfügung. Durch die Weiterbildung konnte ich über die Grundfunktionen hinaus lernen.

Wie haben wir unsere Moodle-Auftritte mit dir als Hiwi verbessert?

Also auf jeden Fall haben wir jetzt mehr Angebote zum digitalen Selbstlernen in Form der Quizze, diese ermöglichen den Studierenden, sich jede Woche im Laufe des Semesters selbst zu testen. Die Studierenden bekommen nach dem Test auch eine Rückmeldung, die ihnen als Lernkontrolle dienen kann.

Hast du Tipps und Tricks, die du aus deiner eigenen Arbeit an andere weitergeben kannst?

Mein erster Tipp: Geduldig sein und alle Aufgaben immer gründlich beenden. Es ist besser, langsamer zu arbeiten und dafür saubere Ergebnisse abzuliefern, als schnell voranzukommen, aber dafür unsaubere Arbeit zu leisten.

Bisher ist meine Erfahrung als E-Learning Hiwi ganz angenehm, ich habe viele Rückmeldungen bekommen und kann damit meine Kenntnisse in Moodle immer verbessern. Das ist ja immer ein Vorteil, etwas Neues zu lernen. Für diejenige, die sich in den Selbstlernkurs „Moodle Grundfunktionen“ einschreiben wollen: https://moodle.tu-darmstadt.de/course/view.php?id=20522

Jetzt möchte ich aber ein paar Gegenfragen stellen:
Wie seht ihr (WiMis) die Weiterbildung zum e-Learning Hiwi?

Unser e-Learning Hiwi ist eine tolle Bereicherung für unser Team! Die Unterstützung bereits kurz vor der Pandemie und bei der Umstellung auf die digitalen Vorlesungen möchten wir nicht mehr missen und wir freuen uns auf weitere Semester mit seiner Expertise und Unterstützung. Die Fragen bilden die „Basics“ ab: Also die wichtigsten Lerninhalte, die für die Klausurvorbereitung relevant sind. Unser Hiwi hat bewusst mehrere Fragetypen ausprobiert. Wir sind vor allem dankbar dafür, dass er selbst Erfahrungen aus dem Studium einfließen lassen hat.

Wie war das Feedback der Studierenden?

Das Feedback der Studierenden war gemischt. Teilweise waren diese bei den Feinheiten sehr unzufrieden. Wir freuen uns über jede Art von Feedback und haben dieses gerne aufgenommen. Im kommenden Semester entwickeln wir noch weitere Fragen und verbessern die bisherigen.

Weiterhin gilt es, noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Aus didaktischer Sicht stellt sich uns die Frage, wie wir die Quizze sinnvoll ohne Bonuspunkte einbauen und trotzdem die Motivation der Studierenden während des Semesters aufrechterhalten können. Wir möchten mit den Quizzes nicht bloß ein Extra für die besonders Motivierten schaffen, sondern bewusst mit den Ergebnissen arbeiten und die Antworten diskutieren. Aus inhaltlicher Sicht besteht noch die Problematik mit der Sprache, wie es unser e-Learning Hiwi bereits erwähnt hatte.

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