Online-Kollaborations-Plattformen in der digitalen Entwurfslehre


Gastbeitrag von Angelika Kern, Fachbereich Humanwissenschaften, Institut für Psychologie

Das im Folgenden beschriebene Projekt konnte durch das Förderprogramm „Studentische E-Learning Experten“ unterstützt werden. Dieses wiederum ist Teil des hessenweiten Projekts HessenHub – Netzwerk digitale Hochschullehre.

Dank der Förderung durch die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle (HDA) konnte das Fachgebiet “Entwerfen und Gebäudetechnologie” am Fachbereich Architektur das Sommer- und Wintersemester 2021 nutzen, um die durch die Pandemie notwendig gewordene Umstellung auf eine digitale Entwurfslehre fortzuführen und dabei strukturiert zu analysieren. Ziel war es, die Erfahrungen auch für andere Lehrende nutzbar zu machen und damit einhergehend die Möglichkeiten kreativer digitaler Kollaborationsplattformen in der Entwurfslehre auch für die kommenden Semester auszuloten.

Ausgangssituation

In einem ersten Schritt wurden zwei geeignete E-Learning-Tools ausgewählt und kombiniert, die am Fachbereich Architektur bereits teilweise im Einsatz waren: Miro als eine Online-Kollaborations-Plattform, die das gemeinsame Arbeiten auf einem virtuellen Whiteboard ermöglicht und das Konferenz-Tool Wonder.me, das als virtueller Raum fungiert und den Teilnehmenden Gelegenheit bietet, sich online zu begegnen und auszutauschen.

Szenarien

Über zwei Semester wurden sowohl Miro als auch Wonder.me in unterschiedlichen Formaten (Entwurf, Seminar, Stegreif) im Lehrbetrieb mit in Summe über 130 Studierenden und ca. 20 Lehrenden eingesetzt und in verschiedenen Szenarien
(Seminartermine, Sprechstunden, Testate, Abschlusspräsentationen, Abgaben) digital abgebildet. Die Möglichkeiten und Grenzen dieser beiden Tools wurden in Lehrveranstaltungen ausgelotet und anschließend evaluiert, um einerseits deren Nutzbarkeit für die digitale Lehre besser einordnen und andererseits auch deren Potential für die Unterstützung der Präsenzlehre bzw. hybrider Formate bestimmen zu können.

Kollaborations-Tool Miro

Das Kollaborationstool Miro wird in der Architekturlehre von Studierenden und Lehrenden gut angenommen und intensiv genutzt. Die einzelnen Miroboards fungieren in diesem Szenario als virtuelle Tische, an denen sich Studierende und Lehrende gemeinsam über Entwurfsprojekte in Form von Skizzen und Zeichnungen austauschen können. Die geringen technischen Hürden (browserbasiert und betriebssystemunabhängig, auch für mobile Geräte) und das intuitive User Interface machen Miro niedrigschwellig zugänglich.

So können Kommentare, Vorschläge und Feedback einfach und zurückverfolgbar auf die Zeichnungen und Pläne skizziert werden. Diese wie auch die Arbeitsstände an sich bleiben bestehen und sind somit auch im Nachhinein noch einsehbar. Die Weiterentwicklung des Entwurfsprojekts im Laufe des Semesters ist nachvollziehbar. Darüber hinaus entsteht durch die Sichtbarkeit der Aktivitäten der anderen Teilnehmenden auf dem Board das Erlebnis des gemeinsamen Arbeitens (z.B. außerhalb der Lehrveranstaltung beim Hochladen von eigenen Zeichnungen am Abend vor der Präsentation). Die durch Miro unterstützten Lehrveranstaltungen bieten eine gut zugängliche Lernumgebung und eignen sich insbesondere für Rücksprachen in Entwurfsprojekten, auch in der hybriden Lehre. Besondere Aufmerksamkeit benötigen detaillierte Architekturpläne, da für die Ablage auf Miroboards technische Bedingungen gelten, die zu unscharfen Darstellungen führen können. Um einen möglichen Mehraufwand für die Aufbereitung der Zeichnungen für Präsentationen über Miro zu kompensieren, kann durch die Lehrenden auf herkömmliche Planlayouts verzichtet werden, die nur für die Präsentation mit gedruckten Plänen erforderlich wären.


In unserer Studie lagen im Umgang mit verschiedenen Dateiformaten und Auflösungen Ergebnisse unterschiedlicher grafischer Qualität vor. Die Begrenzung der Dateigrößen wurde durch ein “Zerschneiden” der Pläne und Zusammenfügen auf Miro umgangen. Hier ist der Workflow noch nicht in der gewünschten Breite angewandt.

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