Nachlese Moodle DACH Konferenz 2016 in Konstanz


Donnerstag und Freitag fand in Konstanz zum ersten Mal die Moodle DACH Konferenz statt. Wir (mein Kollege Christian Hoppe und ich) waren sehr gespannt auf das ungewohnte Barcamp-Format einer Unkonferenz. Nach der obligatorischen Begrüßung um 10 Uhr ging es an die Themenfindung. Dazu wurden Metaplankarten verteilt und alle Teilnehmenden im Hörsaal waren aufgerufen, sich mit den ca. 6 um einen herum sitzenden Personen auszutauschen. Folglich wurden fleißig Kärtchen geschrieben und vorne angeheftet.

Eröffnung Moodle DACH 2016 mit v.l.n.r. Andreas Hruska (TU Wien), Dr. Andrea Veith (Kanzlerin HTWG Konstanz), Thomas Korner (ETH Zürich)

Eröffnung Moodle DACH 2016 mit v.l.n.r. Andreas Hruska (TU Wien), Dr. Andrea Veith (Kanzlerin HTWG Konstanz), Thomas Korner (ETH Zürich)

Das Ergebnis waren zwei mit bunten Karten prall gefüllte Metaplanwände. Nun kam der richtig aufwändige Part: Die Vielzahl an Karten und Themen clustern und in einzelne Sessions gießen. Dies stellte sich als zeitraubender heraus als geplant. Erst gegen 12 Uhr waren die Sessions gefunden und Räumen zugeteilt, so dass sie mit 12 Uhr eine Stunde später als im Ursprungsplan starten konnten. In diesem Punkt hat sich gezeigt, dass die Sessionplanung nicht so einfach skaliert und für die 180 Teilnehmer dieses Barcamps erheblich zeitintensiver war als z.B. für 50 Personen, womit die Organisatoren bereits Erfahrungswerte hatten. Mein Verbesserungsvorschlag dazu war direkt, die Themenfindung digital zu unterstützen.

Sessionplan vom ersten Tag

Sessionplan vom ersten Tag

Zum einen im Plenum  – auch zur direkten und einfachen Visualisierung, zum anderen bereits im Vorfeld. Denkbar wäre z.B., bereits bei der Anmeldung mittels Pflichtfeld Themen abzufragen. Außerdem sollte auf den Infoseiten sowie in der Anmeldebestätigung explizit auf das Prozedere eingegangen werden, so dass die Teilnehmer bereits im Vorfeld die Gelegenheit haben, sich Themen zu überlegen. Die Organisatoren könnten damit auch vorher schon eher die zu erwartenden Sessions abschätzen. Sicherlich widerspricht das etwas dem Barcamp-Gedanken, aber in dieser Größenordnung von fast 200 Teilnehmern muss die Organisation offensichtlich etwas straffer sein. Sinnvoll könnte z.B. der Einsatz eines Werkzeuges wie das Barcamp-Tool sein. Um das klarzustellen: Die Organisatoren haben einen guten Job gemacht, Räume, Verpflegung, Sponsoren-Akquise und Rahmenprogramm waren top.

Zurück zu den Sessions: Um 12 Uhr ging es also los. Die ersten Sessions, an denen ich teilnahm, waren etwas zäh. Negativ wirkte sich die fehlende Moderation aus, es wagte sich kaum jemand hervor. Und nach Wortbeiträgen herrschte öfter Stille. Hierbei war sicherlich auch die Konferenzsprache ein Faktor, da die meisten Sessions auf englisch liefen und einige sich damit unsicherer fühlen; klassisches Beispiel ist die Suche nach Vokabeln. Zudem war oft die Zielsetzung oder teils gar das Hauptthema unklar. Dies hing auch damit zusammen, dass beim clustern mehrere Karten zu einer Session geformt wurden. Daher war es eine Art Running Gag: „Ist denn jemand hier, der die Karte geschrieben hat?“ Mehrfach gab es auch Irritationen, welche Session gerade läuft. Dazu ist mein Verbesserungsvorschlag, jeweils eine Karte mit dem aktuellen Thema an die Tür zu hängen und am besten auch in den Raum (also zwei Kopien jeder Metaplankarte machen).

Bei all diesen Beobachtungen zeigt sich, dass Barcamp-Sessions stark von den jeweiligen Teilnehmern abhängen. Hierbei kann man sich auch selbst an die Nase packen, aber nicht immer fühlt man sich zur Initiative berufen oder möchte sich auch nicht aufdrängen. Jedenfalls legten sich diese Probleme mehr und mehr und vor allem zum Ende des ersten und am zweiten Tag konnte ich positivere Erfahrungen sammeln. Bei meinem Kollegen waren die beschriebenen Problematiken von Anfang an geringer ausgeprägt, seine Bewertung der Veranstaltung ist insgesamt durchweg positiv und besser als die der moodlemoots.

Nun aber auch noch einiges zu den inhaltlichen Themen, hier sollen ein paar exemplarisch heraus gegriffen werden. Die Session „Templates“ nahm eine Diskussion auf, die wir bereits in Hochschultreffen geführt haben. Die Idee ist, durch Vorlagen oder sogar einen Wizard die Nutzung von Moodle zu vereinfachen. Diskutiert wurden verschiedene Varianten, z.B. die mit Boardmitteln mögliche Bereitstellung eines Template-Kurses für alle Nutzer mit Import-Möglichkeit durch eine modifizierte Rolle. Oder ein eigener Template-Block nach dem Prinzip des Plugins „Sharing Card“, der ermöglicht, Vorlagen-Aktivitäten per Drag&Drop in den Kurs zu ziehen (Block nur für Lehrende sichtbar). Näher diskutiert haben wir schließlich die Idee, die Aktivitätenauswahl (Activity Chooser) anzupassen. Vorlagen für Aktivitäten sollten an der Stelle zu finden sein, wo neue Inhalte erstellt werden. Ansätze ohne Veränderung der Aktivitätenwahl wären das Hinzufügen eines Links „Aus Vorlage hinzufügen“ neben „Material oder Aktivität hinzufügen“ oder auch über einen entsprechenden Link die Importfunktion innerhalb eines Abschnittes aufrufen zu können. Alle importierten Inhalte würde somit direkt im ausgewählten Abschnitt landen und nicht an der gleichen Stelle wie im Originalkurs, wie es beim Standard-Import der Fall ist. Wir entschieden uns spontan mit 7-8 Personen eine einstündige Session zum Thema dranzuhängen, während welcher wir erste Mockups mit verschiedenen Realisierungsmöglichkeiten erstellten. Diese sind im Idea-Exchange Forum „Templates“ zu finden, wo Kommentare herzlich willkommen sind.

In der Session „E-Assessments (mit Moodle)“ wurden Möglichkeiten und Stolpersteine bei der Umsetzung von elektronischen Prüfungen rege diskutiert. Es zeigte sich ein sehr vielfältiges Bild sowohl bezüglich der infrastrukturellen Konzepte – hier werden je nach Hochschule eigene Räumlichkeiten, vorhandene PC-Pools bis hin zu mobilen Settings via Notebooks genutzt – der zum Einsatz kommenden Prüfungssysteme – Moodle, ILIAS, LPlus, Questionmark Perception – als auch der Durchsetzung von Maßnahmen zur Betrugsverhinderung – z.B. Einsammeln von Handys oder Verbot von Toillettengängen (!!!). Die Gründe Moodle als E-Assessments System zu nutzen liegen vor allem in dem durch die Nutzung als LMS vorhandenen Bekanntheitsgrad bei Lehrenden und Studierenden sowie in den deutlich geringeren Kosten gegenüber reinen Prüfungssystemen. Die ETH Zürich hat langjährige Erfahrung in der Durchführung von E-Assessments mit Moodle und hat eine Special Interest Group zum Thema E-Assessment gegründet. Interessierte könnnen sich hier anmelden.

Moodle DACH 2016

Ergebnisse zu den meisten Sessions sind im Idea-Exchange Forum und Ergebnisse vom Developer Camp im Moodle DevCamp 2016 – Idea Exchange dokumentiert. Unter anderem auch der Moodle Admins Exchange, den ich moderierte und auch unser Support-Tool Moodle AnalyST vorstellte.

Zusammengefasst waren es zwei spannende Tage mit viel Erfahrungsaustausch. Wir danken den Organisatoren, Helfern und Teilnehmern und freuen uns auf die bereits angekündigte

 

Weitere Berichte zur Moodle DACH in Konstanz

Internationale Gäste bei Moodle-DACH-Konferenz an der HTWG

 

 

 

 

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