Im Zusammenhang mit LMS (Learning Management Systems) und Web 2.0 Tools ist immer wieder der Begriff PLE zu hören. Im folgenden möchte ich auf diesen Begriff eingehen, was sich dahinter verbirgt und welche Abgrenzungen bzw. Unterschiede zu LMS bestehen. PLE steht für Personal Learning Environment, meint also eine individuelle Lernumgebung. Sie dient dazu, den Lernprozess zu organisieren, Lernziele zu definieren und mit anderen (Lernenden) zu kommunizieren. Es handelt sich um eine flexible Umgebung, die an die persönlichen Anforderungen anpassbar ist. In technischer Hinsicht wird darunter gerne eine Zusammenstellung von (Social-)Software und/oder Web-Services verstanden, aber es können auch Schreibtisch, Bücher, Bibliothek, Computer, Zeitschriften u.ä. dazu gehören (vgl. Schulmeister 2009). Entsprechend ist auch das Thema Informelles Lernen in diesem Zusammenhang erwähnenswert, also z.B. das Lernen am Arbeitsplatz oder in Hobby und Freizeit.

Eine Gegenüberstellung von LMS und PLE:

LMS PLE
  • kurszentriert
  • webbasiert
  • wird von Bildungsanbieter kontrolliert
  • (bisher*) abgeschlossenes System, geschütztes System
  • vom Plattformanbieter vorgegebene Funktionen
  • Struktur und Organisation wird vorgegeben
  • Lernende als Konsumenten
  • nutzerzentriert
  • nicht klar definiert
  • wird vom Lernenden kontrolliert
  • offenes System mit vielen Schnittstellen
  • Dienste und Funktionen können durch Lernenden erweitert werden
  • Lernumgebung muss selbst strukturiert werden –> höhere Anforderungen
  • Lernende als Produzenten (“Mitmach-Web”; Share, Remix, Reuse)

*Vieles deutet darauf hin, dass LMS sich zukünftig PLE annähern werden, nicht zuletzt die neuen Schnittstellen (z.B. Repository und Portfolios wie Mahara) und allgemein stark erhöhte Offenheit von Moodle 2.0 (ab Juli verfügbar). Die bisher für LMS klassische Abschottung wird in dieser neuen Version gelockert, so dass z.B. externe Blogbeiträge in Kurse eingebunden werden können.

Wie PLE aussehen können, zeigt die Sammlung von Beispiel-Diagrammen (englisch). Ein deutsches Beispiel von Marc Widmer.

Zur Vervollständigung nun noch eine Liste von PLE-Tools, auf der auch myPaed von der TU Darmstadt steht, Gewinner des D-ELINA 2010:

Weiterführende Links zum Thema PLE:
Persönliche Lernumgebungen: Grundlagen, Möglichkeiten und Herausforderungen eines neuen Konzepts (Sandra Schaffert und Marco Kalz)

Personal Learning Environment mal anders…. (Alexander Schaaf)

LMS in Zeiten von Web 2.0 (Peter Baumgartner)

Personal Learning Environments: Von der Lehr- zur Lernplattform? (Michael Kerres, mit Links zu Videos von ihm sowie Schulmeister)

PLE vs. LMS (Marc Widmer)

Personal Learning Environments Folien auf Slideshare von Graham Attwell

eLearning Papers Nr. 9: “Persönliche Lernumgebungen” (Juli 2008)

Blog-Beiträge von Jochen Robes zum Thema PLE

http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Learning_Environment

Kategorien: E-Learning, E-Learning aktuell, Grundlagen-Artikel, Studierende
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