Sprachenübergreifendes Moodle-Projekt am Sprachenzentrum


Ein Gastbeitrag von Karin Pertoft, Barbara Stolarczyk, Karen Fleischhauer und Sandra Sulzer – Mitarbeiterinnen im Sprachenzentrum – zu ihren Erfahrungen bei der Projektumsetzung ein E-Learning Konzept zu entwickeln, welches auf verschiedene Sprachkurse angewendet wird.

Moodle-SPZ

Das Sprachenzentrum (SPZ) bietet ca. 120 Kurse in 17 verschiedenen Sprachen an. Es ist ein tolles Angebot für die Studierenden, aber die Koordination der Aufgaben und das Zusammenarbeiten der Kolleginnen stellt in den verschiedenen Sprachen auch eine spannende Herausforderung dar. Das Sprachenzentrum nutzt seit Jahren intensiv Moodle zur Unterstützung bei der Kursgestaltung und –durchführung, allerdings jede Kursleiterin individuell und kursspezifisch.

Unser Ziel war es, einen sprachlichen Aspekt zu nehmen – nämlich das Schreiben von unterschiedlichen, alltagsbezogenen und wissenschaftlichen Texten – und diesen gemeinsam zu bearbeiten und das Material gemeinsam zu nutzen.

Planungsphase

Zuerst haben wir (vier Dozentinnen für drei verschiedene Sprachen) überlegt, welche Moodle-Funktionen und –Aktivitäten sich zur Textproduktion am besten eignen. Die Frage war, welche Teile von Moodle auf die verschiedenen Sprachen und Niveaustufen übertragbar sind. Daraus ergaben sich folgende Ziele:

  • Moodle-Funktionen passend für das Thema Schreiben zu finden
  • Nutzung von neuen Funktionen im E-Learning-Bereich
  • Vertiefung der schon bekannten Funktionen
  • Umsetzung im Kurs

Zusammenarbeit

Wir vier Dozentinnen haben dank unserer wissenschaftlichen Hilfskraft Johanna Brobald viele gemeinsame Aufgaben und Projekte im Bereich ‚Schreiben in der Fremdsprache‘ auf den Weg gebracht. Neue Aufgaben wurden erstellt und konventionelle Aufgaben in Moodle übertragen. Daneben haben wir auch schon vorhandene E-Learning-Elemente neu bearbeitet, angepasst und aktualisiert. Die Zusammenarbeit war fruchtbar und inspirierend.

Konkrete Umsetzung im Unterricht – ein Beispiel

Nutzung des Feedbacktool für gegenseitiges Studierendenfeedback

Nutzung des Feedbacktool für gegenseitiges Studierendenfeedback

Als Teil des Schreibprozesses haben die Studierenden sich mit dem Thema ‚Feedback geben und annehmen‘ beschäftigt. Es gab im Bereich ‚Deutsch als Fremdsprache‘ einen Austausch zwischen Studierenden dreier unterschiedlicher Kurse, die sich über das Feedbacktool in Moodle Feedback für eine bestimmte Textsorte gaben. Das wurde von den Studierenden positiv aufgenommen.

Weitere Ziele

Durch den Austausch mit der studentischen E-Learning Tutorin Johanna Brobald und den Kolleginnen haben wir neue Impulse für die Nutzung von E-Learning in anderen Bereichen bekommen. Daraus sind u.a. konkret folgende Ideen umgesetzt worden:

1) Ein Moodle-Workshop für die Lehrbeauftragten des Sprachenzentrums, um die Nutzung von Moodle in allen Sprachen noch weiter zu verbreitern. Bisher wird E-Learning hauptsächlich von den Festangestellten des SPZ genutzt und weniger von den freiberuflichen Mitarbeitern. Dieser Workshop war maßgeschneidert für Sprachkurse und deren Teilnehmer/innen und zielte auf eine schnelle Umsetzung grundlegender Aufgaben. Weitere Workshops sind in konkreter Planung.

Des Weiteren wurde im Rahmen des Seminars ‚E-Lernen‘, das vom Fachgebiet Sprachwissenschaft – Mehrsprachigkeitsforschung angeboten wird, zusammen mit den Studierenden Einheiten für einen Grammatikkurs des SPZ erstellt, um ihnen so erste Einblicke in die Moodle-Plattform aus der Sicht eines Lehrenden zu geben. Auch hier war Frau Brobald tatkräftig daran beteiligt.

2) Der im Moment stattfindende Präsenzkurs Schwedisch V – Vorbereitung auf UNIcert I wird umgewandelt in einen E-Learning-Kurs, der in Zukunft selbstgesteuert den Studierenden zur Verfügung stehen wird. Dieser Präsenzkurs wird durch einen fortgeschrittenen Schwedischkurs ersetzt, um den Bedürfnissen der Studierenden noch mehr entgegen zu kommen und um ihnen mehr zeitliche Unabhängigkeit zu ermöglichen. Darüber hinaus kann dieser E-Learning-Kurs in Zukunft auch auf mehrere andere Sprachen übertragen werden, da wir UNIcert I-Prüfungen in vielen Sprachen anbieten.

Nutzung unterschiedlicher Aufgabentypen

Nutzung unterschiedlicher Aufgabentypen

Unter anderem wurden mehrere Grammatikvideos erstellt, damit man sich die schwedische Grammatik portionsweise und zeitunabhängig von der Lehrerin erklären lassen kann, ohne Texte zu suchen und nachlesen zu müssen.

Bei einigen Kursen wurde das Thema Hausaufgaben komplett auf Moodle übertragen. Dies hat einerseits für die Studierenden den Vorteil, dass sie anhand unterschiedlicher Aufgabentypen (Multiple-Choice, Kurzantworten, Lückentexte) und Spiele (Wer wird Millionär, Wortsuche, Hangman, Kreuzworträtsel usw.) abwechslungsreich ihre Hausaufgaben erledigen können, aber auch andererseits für die Lehrenden, dass sie durch vorformulierte Antworten Zeit sparen.

Unsere Mitarbeiterin Barbara Stolarczyk hat beim E-Teaching Award im Jahr 2015 eine Auszeichnung für ihren deutsch-polnischen E-TandemkursVirtueller Spaziergang durch Darmstadt und Poznan zwischen der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan und der TU Darmstadt erhalten.

Ausblick

Die Zusammenarbeit mit der studentischen E-Learning Tutorin hat sich für uns in der Praxis sehr bewährt. Wir haben einige Ziele bei der Umsetzung abgewandelt und angepasst, sind aber dem Ziel näher gekommen, Moodle als sprachenübergreifendes Hilfsmittel in möglichst vielen Kursen zu nutzen und einige Kurse sogar ganz ins E-Learning-Format zu übertragen. Im Bereich Sprachen können Studierende von E-Learning zweifelsohne profitieren, aber die Präsenzphase ist und bleibt unersetzbar. Unser Ziel war nicht, Kurse einzusparen, sondern Ressourcen und Zeit freizumachen für mehr praxisbezogene, berufsorientierte mündliche Kommunikation und kreative Sprachproduktion im Unterricht.

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