Umfrage-Ergebnisse zu Aufzeichnungen an Hochschulen


Vom 01. bis 31. Juli 2008 wurde vom Institut für Wirtschaftsinformatik an der Leibniz Universität Hannover eine Onlineumfrage mit 49 Experten von deutschen, österreichischen und schweizerischen Hochschulen zum Thema „Aufzeichnung von hochschulischen Veranstaltungen“ durchgeführt. Auch wir – das e-learning center (elc) der TU Darmstadt – durften daran teilnehmen. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Diese bestätigen bisherige Vermutungen und bekräftigen eingeschlagene Wege. So zeichnet sich tatsächlich das Bild ab, dass die Studierenden einen deutlich höheren Akzeptanzgrad bezüglich Aufzeichnungen besitzen als die Lehrenden. Letztere stehen dem Vorhaben ihre Vorlesungen aufzuzeichnen eher kritisch gegenüber, da für sie im Vornherein das Aufwand-Nutzen-Verhältnis unklar scheint. Auch würden unangenehme Versprecher verewigt. Die vielgeäußerte Befürchtung von Lehrenden ihre Studenten würden nicht mehr zu den Präsenzveranstaltungen kommen und Vorlesungsaufzeichnungen als Ersatz für diese betrachten, konnte nicht bestätigt werden. Zwar sind leerer werdende Hörsäle nicht zu leugnen, aber Studenten nutzen Veranstaltungsaufzeichnungen vor allem ergänzend. Sie sind dankbar über die zusätzliche Möglichkeit der Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung, der Anpassungsmöglichkeit an das individuelle Lerntempo sowie der Beantwortung individueller Fragen durch selektive Nutzung der Aufzeichnungen. Demnach kann bei ihnen eine gute Qualitätswahrnehmung und ein hoher Zufriedenheitsgrad zu Vorlesungsaufzeichnungen festgestellt werden. Dieser ist umso höher je zeitnaher die Aufzeichnungen bereitgestellt werden. Sogar ein steigender Lernerfolg wird verzeichnet.

Weiterhin konnte festgestellt werden, dass Präsentationsaufzeichnungen an Hochschulen oft im Rahmen von Blended Learning- Konzepten ergänzend zu den Präsenzveranstaltungen und nicht ersetzend genutzt werden. Die Möglichkeit Aufzeichnungen für die Bereitstellung rein virtueller Veranstaltungen zu nutzen, wird scheinbar nicht verfolgt. Außerdem realisiert die Mehrheit der Befragten Aufzeichnungen mit Hilfe mobiler Recording-Sets statt in fest installierten Multimedia-Sälen und distribuiert die Endprodukte vorrangig online. Diese Vorgehensweisen spiegeln sich ebenfalls an der TU Darmstadt wieder. Nicht nur damit liegt unsere Uni quasi voll im Trend. Auch mit dem Ansatz eine zentrale Organisationsstruktur mit erfahrenen Personen (elc) bereit zu stellen, die Aufzeichnungsaktivitäten an der Hochschule betreut bzw. durchführt und somit unterstützt, folgt die TUD bereits einer Handlungsempfehlung, die als Ergebnis der Onlinebefragung aufgestellt wurde. Dies soll die Förderung der Akzeptanz bei Dozenten und die Sicherung einer gewissen Qualität gewährleisten.

Insgesamt wurde bekräftigt, dass Aufzeichnungen hochschulischer Veranstaltungen sowohl für Studierende als auch für Lehrende einen deutlichen Mehrwert bieten. Somit schließen die Autoren ihre Ergebnisdarstellung mit der Prognose ab, dass „[…] Aufzeichnungen auch in Zukunft fortgeführt werden, denn zum einen wird die zukünftige Marktentwicklung nach wie vor als gut eingeschätzt, zum anderen ist das Interesse an Aufzeichnungen und den damit verbundenen positiven Effekten unter den Verantwortlichen und den Rezipienten ungebrochen.“

Eine PDF-Datei der Ergebnisse der Onlineumfrage „Aufzeichnung und Podcasting akademischer Veranstaltungen in der Region D-A-CH“ ist auf Anfrage von den Autoren Finn Breuer und Michael H. Breitner unter www.iwi.uni-hannover.de erhältlich.

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